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Morgengeschichte

Der Wecker klingelt zum sechsten Mal in 45 Minuten und endlich mache ich das Licht an. Nach weiteren sieben Minuten quäle ich mich aus dem Bett, meine Haare immernoch feucht von der Dusche gestern abend.
Ich habe Bauchweh, mir ist flau. Ohne körperlichen Grund. Nach langer Zeit habe ich Angst, und wieder weiß ich nicht, wovor. Rückfall in alte Muster und Stereotypien: Die Handballen auf die Augen pressen, um nicht sehen zu müssen; in der Hoffnung, dass alles wieder gut ist, wenn ich die Augen öffne. Auch das mehrmals, bevor ich meine Schuhe anziehe, um die WG zu verlassen. Als ich aufstehe, wird mir schwarz vor Augen.
Auf dem Weg zur Uni denke ich an B und stelle fest, dass wir da immer noch nicht raus sind. Ich zumindest nicht. Für ihn ist es wahrscheindlich normal, mit Mädchen (denn das bin ich, ein Mädchen im Körper einer beinahe Erwachsenen, niemals eine Frau..) zu schäkern, während deren Partner nur 30 cm entfernt sitzt und beschäftigt ist - es sah am Freitag auch bei K so aus. Ich dachte nur, ich hätte das im Sommer hinter mir gelassen. Falsch gedacht, es beschäftigt mich, dass er am Samstag mit meinen Haaren spielte und meine Hand so lange hielt - und dass er sich aufregte, dass ich Baldrian nehme. Ich frage mich, wie oft ich diese Unsicherheit bezüglich B noch erleben muss.
Meine Gedanken schweifen weiter zu dem Konzert am vergangenen Samstag. Viele schöne Menschen, die auf mich zukamen; vor allem Bj. Er wirkte ganz anders als im Sommer, offener, selbstbewusster. Schön.
Und Bi. - sie sah mich nur am Anfang an, lächelte kurz und achtete den Rest des Konzerts nicht mehr auf mich. Auch als sie von der Bühne kam, direkt vor mir, ignorierte sie mich gekonnt. Ich gebe mich der Hoffnung hin, dass es an H lag, der direkt hinter mir saß und einfach nur anstrengend ist. Ich bin traurig über diese Hoffnung, über Samstag; ein bisschen sogar, dass ich für das Konzert in L. ein Versprechen gegeben habe und noch mehr, dass ich mich zu dem Kurs bei Bi im März '10 angemeldet habe. Vielleicht haben wir Glück und ich komme in den anderen Anfängerkurs.
Ich gehe durch den Matsch, ein kleines Gefälle hinab. Es ist rutschig und ich beschließe, dass ich liegen bleiben werde, falls ich ausrutsche und hinfalle.
Ich falle nicht, gehe die letzten Schritte zum Campus und stelle bei der letzten kleinen Steigung endlich fest, dass ich wach bin, nicht mehr schlafe und dass dies kein Traum ist.
Immerhin, ein Anfang.
 
 
Ich glaube, ich möchte auf diesen Tag verzichten.

8.12.09 11:24

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